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KOMETEN*
Inhalt
- Allgemein
- Koma
- Schweif
- Lang und Kurzperiodische Kometen
- Bahnen von Kometen
- „Schneebälle“ oder „eisige
Dreckbälle“
- Bilder einiger Kometen und Asteroiden
- Die Geburtsstunde der Kometen
- Geschichte der Kometen
1.-Allgemein
Kometen (selten Schweifstern oder Haarstern): Kleiner Himmelskörper
des Planetensystems, der in Sonnennähe große Mengen flüchtiger
Gase und von ihnen mitgerissener feste Teilchen freisetzt, wodurch er ein
Allgemein neblig-verwaschen, zuweilen mit einem leuchtenden Schweif versehen in
Erscheinung tritt. Die meisten Kometen sind nur mit einem Fernrohr, ganz wenige
mit dem bloßen Auge sichtbar, die hellsten sind eindrucksvolle
Naturerscheinungen.
Bei einem Kometen unterscheidet mahn den Kern, die Koma, den Schweif. Kern
und Koma bilden zusammen den Kopf des Kometen. Der Kern ist der am wenigsten
auffällige Teil, er leuchtet im reflektierten Sonnenlicht. Er besteht aus
einem lockeren Konglomerat verschiedener Eissorten. Vor allem aus Wassereis
sowie gefrorenem Ammoniak, Methan und geringen Mengen anderer Verbindungen (zum
Beispiel Kohlenmonoxid, Kohlendioxid, Cyanwasserstoff, Ethylen) und festen,
staubförmigen Bestandteilen. Diese haben einen Durchmesser von etwa,
0,1-5µm, doch kommen auch Partikel bis zu Metergröße vor. Die
festen Teilchen bestehen zum Teil aus Meteorit. Material zum Teil
Kohlenstoffverbindungen. Der Anteil der festen Bestandteile an der Kern Masse
beträgt vermutlich die Hälfte, variiert aber in weiten Grenzen. Die
Kometenkerne sind unregelmäßig geformte Körper mit einem
Durchmesser von etwa 0,5 bis 10 km, doch wurden auch Kern Durchmesser bis zu 100
km beobachtet. Im Kern ist die Hauptmasse eines Kometen vereinigt, sie liegt bei
der Mehrzahl der Kometen in der Größenordnung von etwa
1011 bis 1012
kg.
Bei der Annährung eines Kometen an die Sonne auf weniger als etwa 4-5
AE erwärmt sich die Kernoberfläche derart, dass die leicht
flüchtigen Substanzen sublimieren und beim Abströmen die festen
Staubteilchen mitreißen.
2.-Koma
Es bildet sich eine ständig erneuernde, als Koma erscheinende
Gasatmosphäre um den Kern. Gröbere Teilchen und Gesteinsbrocken bilden
eine poröse Kruste, sie werden nur bei größeren
Gasausbrüchen mitgerissen. Freigesetzte vielatomige Molekühle
(Muttermolekühle) werden durch die kurzweilige Sonnenstrahlung in
einfachere Verbindungen zerlegt und zum leuchten angeregt. Das Komaspektrum ist
ein Emissionslinienspektrum der Zerlegungsprodukte (Tochtermolekühle),
wobei unter anderem die Radikale bzw. Molekühle C2,
C3, CH, CN, NH, NH2, CO,CO2, CS, HCN und
CH3CN in neutraler, zum Teil auch in ionisierter Form nachgewiesen
wurden. In atomarer Form wird außer Wasserstoff unter anderem Natrium,
Calcium, Kalium, Nickel, Chrom und Eisen beobachtet. Von der Erde aus ist die
Koma bis zu einer Kernentfernung von rund 105 km nachweisbar, die
Gasdichte liegt max. Bei etwa 104 Molekühle je cm3.
Die äußerste, vor allem von Wasserstoffatomen gebildet Koma kann
einen Radius von Mehr als 107 km erreichen und ist nur bei
extraterrestrischer Beobachtungen wahrnehmbar . Die Größe der
sichtbaren Koma ist zeitlich veränderlich, ebenfalls die Helligkeit eines
Kometen, die wesentlich von der Koma bestimmt wird und stark mit der Entfernung
von der Sonne variiert.
3.-Schweif
Ein sichtbarer Schweif bildet sich nur bei Kometen, die der Sonne auf
weniger als etwa 1,5-2 AE nahe kommen. Man unterscheidet Ionenschweife (Plasma-
oder Gasschweife) und Staubschweife. Die Ionenschweife sind lang und schmal. Sie
bestehen aus ionisierten Atomen und Molekühlen, die von den geladen
Teilchen des Sonnenwindes aus der Koma mitgerissen und stark beschleunigt
werden. Die Ionenschweife weisen daher fast genau von der Sonne weg. Sie
können zur Zeit ihrer größten Ausbildung 1-10Mio. km erreichen,
beim großen März-Kometen von 1843 betrug die Schweiflänge sogar
250 Mio. km. Die Materialdichte im Schweif ist wesentlich geringer als in der
Koma und verringert sich mit wachsendem Kernabstand. Die Staubteilchen der Koma
werden auch aus ihr ausgetrieben, da sie Sonnenlicht absorbieren und so dem
Strahlungsdruck unterliegen. Sie bilden den Staubschweif der im reflektierten
Sonnenlicht leuchtet. Er weißt auch von der Sonne weg, ist aber
stärker gekrümmt als der Ionenschweif. Staubschweife sind seltener als
Ionenschweife. Beide Typen können gemeinsam (sieh Bild von Hale Bop unten),
aber auch alleine auftreten.
4.-Lang- und kurzperiodische Kometen
Periodische Kometen bewegen sich auf Ellipsenbahnen, unperiodische Kometen
auf Parabel- oder Hyperbelbahnen. Bei extrem lang gestreckten Bahnen ist diese
Unterscheidung zum Teil sehr schwierig. Die periodischen Kometen unterteilt man
in kurzperiodische Kometen mit Umlaufzeiten um die Sonne kürzer als 200
Jahre (Bahnexzentrizität <0.97) und lang periodischen Kometen mit
Umlaufzeiten größer als 200 Jahre. Die Bahnen der kurzperiodischen
Kometen haben im Allgemeinen eine geringere Neigung gegen die Erdbahnebene als
die der langperiodischen und sind zu rund 90% rechtsläufig. Zu den wenigen
rückläufigen Kometen gehört der Halley-Komet. Am häufigsten
wurden bislang der Enkesche Komet mit 54 Periheldurchgängen (Umlaufzeit 3,3
Jahre) und der Halley-Komet mit 29 Periheldurchgängen (Umlaufzeit 76 Jahre)
registriert.
5.-Bahnen von Kometen
Die Kometen unterliegen dem Gravitationseinfluss der Planeten, wodurch ihre
Bahnen verändert werden. Alle Kometen deren Aphelen in der Nähe einer
Planeten Bahn liegen, werden zu einer Kometenfamilie gerechnet, von denen die
Jupiterfamilie die meisten Mitglieder zählt und am deutlichsten
ausgeprägt ist. Die Kometen einer Kometengruppe sind durch das zerbrechen
des Kerns eines Mutter-Kometen hervorgegangen, die Bahnelemente der Kometen
einer derartigen Gruppe stimmt fast alles genau überein. Kometen-Bahnen
werden nicht allein durch gravitative, sonder auch durch nichtgravitative
Kräfte verändert, die auf den Rückstoßeffekt der aus dem
Kern abströmenden Gase zurückgehen. Dies kann zu einer Zu- oder
Abnahme der Umlaufperiode führen.
Aus der Zahl der beobachteten langperiodischen Kometen schließ man
auf eine Gesamtheit von 1011 bis 1012 Kometen die, die
Sonne in einer riesigen Wolke (Ortsche Wolke) umgeben, während die
kurzperiodischen Kometen vorwiegend dem Kuiper Gürtel entstammen
dürfen. Die Kometen haben seit ihrer Entstehung keine grundlegenden
Differenzierungsprozesse durch gemacht, sie können damit Auskunft über
die Verhältnisse in den Äußeren Gebieten des Sonnennebels
während der Entstehung des Sonnensystems geben.
6.-"Schmutzige Schneebälle" oder "eisige
Dreckbälle"
Als "schmutzigen Schneeball" bezeichnete bereits 1950 der amerikanische
Astronom Fred Whipple den Kern eines Kometen. Die Mission der europäischen
Raumsonde Giotto im Jahr 1986 zum Halleyschen Kometen korrigierte dieses Bild
zum "eisigen Dreckball". Giotto verdanken die Wissenschafter einen Quantensprung
im Wissen über die Himmelsvagabunden. Immerhinnähertee sich die Sonde
im Rahmen der spektakulären Mission dem Kern auf nur 600 Kilometer. In der
Regel ist der Aufbau der Kometen gleich: Um den Kern bilden sich bei der
Annäherung an die Sonne als Folge der intensiven Bestrahlung ein Schweif,
Koma und Wasserstoffhülle. In Sonnenferne reisen die Himmelsvagabunden als
unattraktive kalte Kerne. Der Kern wird als der einzig massive Teile des
Kometen angesehen. Er ist, gemessen an der Größe anderer kosmischer
Gebilde, winzig, misst zwischen einigen hundert Metern und zehn Kilometern und
ist unregelmäßig geformt. Er besteht aus Staub und Eis und wird als
Quelle für alle umgebenden Kometengase und Stäube angesehen. Die
unmittelbare Umgebung des Zentralkörpers wird als Koma bezeichnet. Sie ist
eine sphärische Hülle aus Staub und Gas. Der Halleysche Komet hat
gezeigt, dass auf der Sonnenseite des Kerns aus sogenannten "Aktive Spots" das
Material jetartig ausströmt. Das Staub-Gas-Gemisch wird fast
ausschließlich in Richtung Sonne emittiert und erst durch Sonnenwind und
Strahlungsdruck in den Schweif umgelenkt. Die Koma umgibt den Kern bis in eine
Entfernung von 100.000 bis einer Million Kilometer. Daran schließt eine
riesige, bis zu mehrere Millionen Kilometer durchmessende Wasserstoffwolke an.
Der Schweif stellt wohl den spektakulärsten Teil eines Kometen dar. Er wird
durch Einwirken des Sonnenwinds und des Strahlungsdrucks der Sonne aus den
emittierten Gas- und Staubmassen des Kometen gebildet. Es wurden zwei Arten von
Schweifen beobachtet: einerseits die geradlinigen Plasmaschweife, die aufgrund
des Sonnenwinds genau vom Zentralgestirn wegzeigen und bis zu 100 Millionen
Kilometer lang sein können, andererseits Staubschweife, deren
weitgeschwungene Bögen maximal zehn Millionen Kilometer lang werden. Die
meisten Kometen haben Bahnen, die weit über das Planetensystem
hinausreichen. "Langperiodische" Kometen haben Umlaufzeiten von bis zu mehreren
Millionen Jahren. Dagegen bewegen sich die "kurzperiodischen" Himmelsvagabunden
auf planetenähnlichen Bahnen mit einer Umlaufzeit von weniger als zehn
Jahren um die Sonne
7.-Bilder einiger Kometen und
Asteroiden.
Aufnahme entstand am 5 Mai 1997 als der Komet Hale
Bopp von Norden nach Süden die Erdumlaufbahn durchquerte. Man kann deutlich
die einzelnen Strukturen des Kometen sehen. Auf diesem Bild erkennt man
wie unterschiedlich der Schweif ist. Der gerade aus Staub und der nach unten
geblasene aus Gasmoleküle bestehende Schweif.
1993 entdeckte man den Kometen Hale Bopp als er in der
nähe vom Jupiter in Richtung Sonne vorbeizog. 1997 wurden spektakuläre
Bilder des hellsten Kometen gemacht. Diese Aufnahme wurde in Arizona hinter dem
Superstition Mountains aufgenommen. Eindeutig zu sehen ist der weiße
Schweif der aus Staub, und der blaue Schweif der aus Gasmoleküle besteht.
Der Sonnenwind bläst die Gasmoleküle immer in die der Sonne
entgegengesetzte Richtung, so verändert sich das Aussehen der
Kometenschweife dauernd.
Auf der langen Reise zur Erforschung des Jupiters,
fotografierte die Raumsonde Galileo diesen Asteroiden. Sein Name ist Ida
und hat eine Größe von ca. 58 Km Länge und 25 Km Breite. Im
Hintergrund erkennt man noch schwach den Mond Dactyl.
8.-Die Geburtsstunde der Kometen
Entstehung von Hale-Bopp erst nach Bildung der Sonne.
Wann und wo die Kometen unseres Sonnensystems entstanden sind, lässt
sich im Prinzip an der Zusammensetzung ihrer Materie erkennen. Diese ist
allerdings nicht leicht zu ermitteln. Der Beobachtung sind nämlich meist
nur die Bestandteile von Kometenköpfen und Kometenschweifen
zugänglich. Dort finden aber chemische Reaktionen statt die, die
Verhältnisse verändern. Amerikanischen Forschern ist es jetzt trotzdem
durch eine Kombination von Beobachtungen und Rechnungen gelungen, das
Verhältnis von gefrorenem Kohlenmonoxyd zu Wasserreis im Kern des Kometen
Hale-Bopp (siehe Bild oben) zu bestimmen, der im Frühjahr 1997 an der Erde
vorbeigeflogen ist.
Die Forscher um Michael D. Disanti von der Catholic University of
America in Washington, D.C., haben den Kometen Hale-Bopp in großer Distanz
von der Sonne mit der Infrared Telescope Facility der Nasa auf dem Mauna
Kea/Hawaii beobachtet. Ihre Messergebnisse verglichen sie mit Daten aus der
Zeit, als sich Hale-Bopp im sonnennächsten Abschnitt seiner Bahn befunden
hat. Damals hat die Sublimation von Wasser die Freisetzung von Gas und Staub
dominiert. Seit sich der Komet wieder von der Sonne entfernt hat, steht
zunehmend die Sublimation von Kohlenmonoxyd im Vordergrund.
Aus den Daten haben die Forscher errechnet, wie groß der aus
dem Kometenkern stammende Anteil des Kohlenmonoxyds im Kopf und im Schweif des
Kometen ist. Der Rest hat sich erst außerhalb des Kerns durch die
Aufspaltung komplexerer Moleküle gebildet. Den Rechnungen zufolge
beträgt der Anteil von Kohlenmonoxyd im Kern von Hale-Bopp 12 Prozent des
Anteils von gefrorenem Wasser.
Aus dem Wert schließen die Forscher, dass der Komet erst
entstanden ist, als die Sonne bereits existierte. In kalten molekularen Wolken,
aus denen Sterne und Planeten kondensieren, ist der Anteil an Kohlenmonoxyd
nämlich erheblich größer. Das Verhältnis von Kohlenmonoxyd
zu Wasser ändert sich, wenn die Temperatur steigt, beispielsweise durch die
Strahlung eines jungen Sterns. Dies zeigen auch die Messungen an den Staub- und
Gashüllen, die protostellare Systeme umgeben. In solchen Hüllen ist
das Verhältnis von Kohlenmonoxyd und Wasser ungefähr so groß wie
im Kern von Hale-Bopp. Eine genauere Analyse der Daten gibt auch eine grobe
Auskunft über die Region, in der Hale-Bopp entstanden ist. Er muss irgendwo
zwischen den Bahnen von Jupiter und Neptun geboren worden sein. Von dort wurde
er wahrscheinlich durch das Schwerefeld eines der Planeten in größere
Sonnenferne katapultiert.
9.-Geschichte der Kometen
Die Erscheinung eines Kometen galt in früheren Zeiten als Zeichen
bevorstehenden Unheils, selten dagegen als Glücksbote.
Kometen-Erscheinungen spielen daher eine Große Rolle in der Astrologie.
Die Prodigienliteratur der früheren Neuzeit und das gleichzeitige
Flugblattwesen kommentierten jede Kometen-Erscheinung .Das Endzeitgefühl
des 16.Jh.fand in solchen Wunderzeichen Bestätigung, doch auch die
naturwissenschaftlichen Entdeckungen des 17. Jh. Über Bahnen und
Periodizität der Kometen steigerten nur die Weltuntergansfurcht Auch der
Stern von Bethlehem wurde als Komet gedeutet. Schutzbriefe Medaillen,
Glockenläuten und fasten sollten Schutz vor Kometen
gewähren.
J. Kepler schrieb den Kometen eine geschlossene Bahn zu. J.Hevelius dagegen
schloss auf eine parabolische Bahn . die der Amateur Astronom Georg Samuel
Dörffel dann für den Kometen von 1680/81 mit der Sonne als Brennpunkt
berechnen konnte. I. Newton bezog daraufhin die Kometen in seiner allgemeinen
Gravitationshypothese ein. Auf seine Anregung hin berechnete E.Halley (1705)
die Bahnelemente von 24 Kometen der Jahre 1337 bis 1698 und konnte für
viele eine exakte Ellipsenbahn nachweisen. Er zeigte, dass die Kometen von 1531,
1607 und 1682odentisch waren.Durch die Vorhersage der Wiederkehr dieses Kometen
(Hally-komet) für 1758 durch A.C. Clairaut konnte die Entdeckung eines der
periodischen Kometen 1759 bestätigt werden. Der erste kurzperiodische Komet
wurde von J.F. Encke 1818/19 entdeckt
Die Erforschung der Materiellen Beschaffenheit der Kometen begann mit der
Erfindung der Spektralanalyse, während Erklärungen über den
Entstehungsprozess der Kometen-Schweife unter dem Einfluss der Sonnenstrahlung
durch die Fortschritte der Molekühlspektroskopie möglich wurden.
*Komet: Von griechisch k?m? >Haar<;
eigentlich >Haar tragende< bildlicher vergleich mit dem Schweif des
Kometen.
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